Am Tag des Geotops 2011 und 2012 besann sich die SGV-Region Bergisches Land/Rheinland auf das historische Herzogtum Berg und bot Exkursionen zu Vulkanruinen im Amt Löwenburg, einer Verwaltungseinheit des historischen Herzogtums Berg im Siebengebirge an. Besucht wurden der Stenzelberg (Bausteine für das Kloster Heisterbach) und der Weilberg (eine steinerne Tulpe aus Basalt)                                                 
Vor rd. 25 Mio. Jahren, zur Zeit des Tertiärs (im ausgehenden Oligozän), stieg im Bereich des Siebengebirges Gesteinsschmelze aus einer Magmenkammer auf. Auf ihrem Weg zur Erdoberfläche blieb die Schmelze jedoch stecken und es kam zu einem „Differentiationsprozess". Dadurch entstanden Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung der Magmen, aus denen die Gesteine kristallisierten. Man findet schwarze Basalte (und Basanite) am Weilberg, graue Latite am Stenzelberg und hellgraue Trachyte am Drachenfels. 
Das Steinmetzamt der Stadt Köln ließ bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts am Drachenfels Trachyt als Baustein brechen. Als es sich weigerte, eine vom Burggrafen vom Drachenfels verlangte Preiserhöhung anzuerkennen, wurden diese Brüche geschlossen. Daraufhin schlossen die Kölner mit dem Abt des Klosters Heisterbach einen Vertrag über die Steingewinnung am Stenzelberg. Dort wurden 600 Jahre lang, bis 1931, Steine gebrochen. Der Latit konnte zunächst wegen des weiten Transports zum Rhein nicht mit dem Drachenfels-Trachyt konkurrieren. Erst im 19. Jahrhundert gewann der Stenzelberg eine führende Rolle unter den Steinbruchbetrieben. Der im Jahr 1940 still gelegte Basaltsteinbruch am Weilberg erlaubt einen hervorragenden Einblick in die Prozesse, die vor etwa
25 Mio. Jahren den heute weitgehend erodierten Siebengebirgs-Vulkankomplex aufgebaut haben. 
  

 
Unterwegs am Stenzelberg 
Die SGV-Region Bergisches Land/Rheinland beteiligte sich neben der Vulkanexkursion zu Stenzel- und Weilberg im Siebengebirge (Königswinter) mit einer Wanderung zu einem bedeutenden Fossilfundpunkt in Hagen-Vorhalle am Tag des Geotops 2012 (16. September 2012).

Am Tag des Geotops 2013 (15. September 2013) bot die SGV-Region Bergisches Land/Rheinland in Kooperation mit der SGV-Wanderakademie eine Exkursionen an zum Rodderberg-Vulkan in Wachtberg südlich Bonn an. Die Teilnehmer erlebten hier eine faszinierende geologische Natur- und Kulturlandschaft.                                                                            Weitere Informationen
 
Ein zweites Angebot war eine Wanderung in Wuppertal "Von Uhlenbruch zur Bachschwinde bei Blumenroth und den Dolinen im Hölken" (Verlängerung des Wuppertaler Geopfads).                                                                                      Weitere Informationen 

Der SGV-Ortsverein Kürten-Odenthal lud am Tag des Geotops 2014 (21. September 2014) in Kooperation mit der SGV-Wanderakademie zu einer erdgeschichtlichen und industriehistorischen Exkursion im Tal der Wupper. Die Rundwanderung verlief - vorbei an markanten Felsklippen der unterdevonischen Remscheid-Schichten (Unterems) - auf dem Wander-Erlebnisweg Wupper von Solingen-Unterburg bis zur Schwebefähre im Müngstener Brückenpark. Dort wurde die Wupper überquert. Auf der anderen Talseite ging es dann zurück, wobei noch einige Aufschlüsse in den Remscheid-Schichten erkundet wurden. Die Teilnehmer erfuhren und erlebten zudem manches zur Industrie- und Kulturgeschichte dieser wasserreichen Tallandschaft.  
Auch am Tag des Geotops 2015 (20. September 2015) und 2016 (18. September 2016) beteiligte sich der SGV. Wanderführer Dietrich Hoff, Ortsverein Wuppertal, lud 2015 zu einer Wanderung zu den Holzer Klippen, seit 2003  als  Naturdenkmal anerkannt. Die ca. 400 Mio. Jahre alten Gesteine ragen am Rand des Morsbachtales im Westen von Remscheid ca. 50 m in  die Höhe. Sie bieten Lebensraum für Fauna und Flora. 2016 ging es zu den Geotopen im mittleren Morsbachtal. Das Morsbachtal ist durch den Wanderweg A 2 erschlossen. Dort geben die Gesteine Einblick in die Erdgeschichte der Devon-Zeit, die hier auch durch vulkanische Tätigkeiten geprägt war. Vulkanische Relikte sind nicht nur im Bachbett des Morsbaches zu sehen, sondern kommen auch als Gänge in den devonischen Gesteinsschichten entlang des Morsbachtales vor. 
Tag des Geotops 2018
Am Tag des Geotops 2018 (16. September 2018) beteiligte sich erneut der SGV-Wanderführer Dietrich Hoff, Ortsverein Wuppertal, und lud zu einer Wanderung ins Tal der Düssel ab Erkrath-Millrath. Der Kalkstein aus der Mitteldevon-Zeit im Untergrund prägt das Düsseltal und seine Umgebung. Das Tal der Düssel ist aus geowissenschaftlichen, landeskundlichen und kulturhistorischen Gründen als Geotop ausgewiesen.
 
Vor über 400 Millionen Jahren war durch die Kollision verschiedener  Erdplatten ein riesiger Nordkontinent (Old-Red-Kontinent) entstanden, der von Nordamerika bis Sibirien reichte. Zwischen 390 und 360 Millionen Jahren, im Devon-Zeitalter, lag die Südküste dieses Kontinents im Bergischen Land. Das heutige Europa lag damals südlich des Äquators. Es herrschten tropische Klimabedingungen. Ein mit Inseln durchsetztes warmes Flachmeer bedeckte weite Gebiete des Bergischen Landes. Vor Inseln und auf Untiefen im Meer wuchsen Korallen-Stromatoporen-Riffe empor. Stromatoporen sind schwammähnliche Riffbildner, die vor etwa 100 Mio. Jahren ausstarben.

In Bergisch Gladbach sind in der Schlade inmitten eines Naturschutzgebietes die unterschiedlichen Lebensbereiche eines solchen urzeitlichen Riffs – von der Brandungszone bis zur Rifflagune – vorzüglich erschlossen. Die Schlade ist ein Trockental. Kein Gewässer durchzieht den stellenweise recht breiten Talgrund. Ursache ist die Wasserlöslichkeit des Kalksteins. Die Gewässer in Gebieten, deren Untergrund aus Kalkstein besteht, folgen vielfach einem unterirdischen Lauf entlang von Spalten und Klüften, die sich durch weitere Lösung des Kalksteins zu Höhlen erweitern können. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Schlade allerdings auch dem Menschen, und zwar durch den industriellen Abbau von Kalkstein und Brauneisenerzen vor allem im 19. Jahrhundert. Die schönsten Ziele werden über den Geopfad der Stadt Bergisch Gladbach erschlossen, der vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) betreut wird. Zahlreiche Informationstafeln erläutern erdgeschichtliche Hintergründe.
Die Schlade ist einer der bedeutendsten Geotope im Rheinland. Die Karstlandschaft im Tal der Schlade ist nun erneut zertifiziert worden. Vor zehn Jahren wurde sie als eine von 77 Nationalen Geotopen bundesweit prämiert. Nun hat die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien das Gebiet erneut überprüft und die Rezertifizierung ausgesprochen. 
Die Schlade bietet aber auch botanische Besonderheiten und mit ihren Erzgruben, Kalksteinbrüchen und den Brennöfen zur Branntkalkerzeugung Einblick in die Wirtschaftsgeschichte des Bergischen Raums.     
Weitere Geopfade gibt es in der Region in Lindlar (Steinhauerpfad), Solingen-Burg (Geol. Lehrpfad - über Rundweg A3 ab Talstation Seilbahn), Windeck-Öttershagen (Montan-Rundweg am Besucherbergwerk "Grube Silberhardt") und in Wuppertal (Geopfad, Eulenkopfweg). In Wülfrath gibt es mit dem Zeittunnel eine Ausstellung an einem ungewöhnlichen Ort: In einem alten, 160 m langen Abbautunnel werden 400 Millionen Jahre Erdgeschichte und acht Erdzeitalter mit allen Sinnen erlebbar.
 
In Nordrhein-Westfalen gab es bislang nur einen Bodenlehrpfad, den Lehrpfad Raffelsbrand-Hürtgenwald in der Eifel. Nun gibt es auch im Königsforst, einem Waldnaturschutz- und Naherholungsgebiet für etwa zwei Millionen Menschen östlich Köln einen solchen Lehrpfad. Der Bodenlehrpfad Königsforst gibt an sechs Stationen Einblick in die Vielfalt der Bodenausbildung und zeigt, wie der Boden als Waldstandort genutzt wird, ob die "richtigen" standortgerechten Bäume dort wachsen oder wie man ihn noch besser nutzen könnte. Der Boden ist Grundlage alles Lebens. Er ist eines der kostbarsten Güter der Menschheit und ein „Multifunktionstalent“, nur begrenzt verfügbar, nicht vermehrbar und leicht zerstörbar. An jeder Station ist ein Querschnitt in den Boden gegraben, eine Schautafel erklärt seine Ausbildung und seine Eigenschaften. Vor allem jungen Menschen soll der Bodenlehrpfad die Natur noch näher bringen und den Wald erlebbar machen. Nur wer den Boden kennt, kann ihn schützen. 
  

Hier geht`s lang - der Bodenlehrpfad Königsforst
(Abb.: Geol. Dienst NRW)
Eine kostenlose Broschüre mit Erläuterungen zum Bodenlehrpfad Königsforst gibt es beim Forstamt Bergisch Gladbach und beim Geologischen Dienst Nordrhein Westfalen. Führungen für Schulen bieten das Forstamt und der Ortsverein Bergisch Gladbach des Sauerländischen Gebirgsvereins an.
Geotope sind Orte der Erde, das heißt Orte, die Einblicke geben in erdgeschichtliche und geologische Besonderheiten. Sie vermitteln Erkenntnisse über die Entwicklung, den Aufbau, die Eigenschaften und die verborgenen Schätze der Erdkruste.  
In einem Lindlarer Grauwackesteinbruch
Seelilienstilglieder in der Grauwacke
Im Ziegeleisteinbruch Hagen-Vorhalle
Blockriff in der Schlade
Info-Tafel 1 Geopfad Bergisch Gladbach, Konrad-Adenauer-Platz (© sign & shop Werbeservice GmbH, Bonn)
Info-Tafel Bodenlehrpfad Königsforst in Köln-Rath 
(Foto: Alfons Lückerath)